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Einen Datenmanagementplan schreiben

Immer mehr Forschungsförderer verlangen einen Datenmanagementplan (DMP) bei der Antragsstellung. In diesem DMP soll ein Überblick über die, in dem Forschungsprojekt anfallende Forschungsdaten, gegeben werden.

Das Software-Werkzeug RDMO (Research Data Management Organiser) führt schrittweise durch die Erstellung von DM-Plänen und beinhaltet Beispielantworten und weitere unterstützende Hilfe. Die UB Stuttgart wird in den kommenden Wochen einen Webservice, der auf dem RDMO basiert, veröffentlichen. Die Daten werden in Stuttgart vorgehalten. Dabei wurden bisher insgesamt vier Vorlagen für DMPs in RDMO integriert, die der angemeldete Benutzer auswählen kann, um einen passenden Fragenkatalog* für seinen Forschungsförderer zu erhalten. Die Antworten können in verschiedene Dateiformate exportiert werden und zur Nachnutzung heruntergeladen werden.

Unter "Optionen" auf "Neues Projekt erstellen" kann ein neues Projekt angelegt werden. Durch Auswahl eines Forschungsförderers wird durch den entsprechenden Fragenkatalog geführt. Fragen können auch übersprungen werden und es besteht die Möglichkeit, durch ein Klick auf  "Zurück zur Projektübersicht", sich die beantworteten Fragen anzeigen zu lassen und diese in verschiedenen Dateiformaten herunterzuladen.

 Projekte in Horizon 2020, die am Pilotprojekt zu Open Research Data teilnehmen, müssen verpflichtend einen DMP als Deliverable (Liefergegenstand) bei der EU einreichen.

Alternativ können auch die unten aufgeführten Fragen, ergänzt durch die spezifischen Anforderungen der Forschungsförderer, helfen, einen Datenmananagementplan aufzustellen.

Fragenkatalog zur Erstellung eines DMPs
  1. Projekt, Experiment und Datenbeschreibung
    • Welchen Zweck verfolgt die Forschung?
    • Was für Daten fallen an? Wie und in welchem Format werden Daten gesammelt? Handelt es sich um numerische Daten, Bilddaten, Textsequenzen oder Modellierungsdaten?
    • Welche Datenmenge fällt für das Forschungsprojekt an?
    • Über welchen Zeitraum werden Daten gesammelt und wie oft ändern sich diese Daten?
    • Werden Daten nachgenutzt? Woher kommen diese Daten?
    • Wer ist für das Datenmanagament und den Datenmanagementplan verantwortlich?
  2. Dokumentation, Organisation und Archivierung
    • Wie werden Daten dokumentiert, um diese für andere Forscher verständlich und auffindbar zu machen?
    • Wird ein standardisiertes Metadatenformat verwendet? Wie werden die Metadaten gemanagt und gespeichert?
    • Welche Dateiformate werden verwendet? Sind diese Formate frei verfügbar oder proprietär?
    • Wird ein Dateiformat verwendet, das im betreffenden Forschungsfeld standardisert ist? Wenn nicht, wie wird das verwendete Format dokumentiert?
    • Welches Verzeichnis und welche Dateinbenennungsrichtlinien werden verwendet?
    • Wie wird die lokale Speicherung und das Backupverfahren gehandhabt? Wird eine gesicherte Datenspeicherung benötigt?
    • Welche Werkzeuge oder Software wird benötigt, um die Daten lesen oder anzeigen zu können?
  3. Zugänglichkeit, Teilen und Nachnutzung
    • Wer managt die Daten? Liegt dies in der Verantwortlichkeit des Wissenschaftlers, eines Studenten, des Instituts, der Universität oder der Forschungsförderungseinrichtung?
    • Welche Daten werden wann und wie geteilt?
    • Gibt es Einschränkungen, wie Datenschutz, ethische Bedenken oder Geheimhaltungsklauseln, die zu beachten sind?  Existiert ein Plan, um solche Daten zu schützen oder zu anonymisieren?
    • Wo liegen die Urheberrechte der Daten und anderer Informationen, die innerhalb des Projektes erzeugt werden? Wird Copyright geschütztes oder lizenziertes Material verwendet? Existiert die Berechtigung dieses Material zu verwenden bzw. weiterzugeben?
    • Gibt es bei der Genehmigung für die Nutzung von patentrechtlichen oder lizenzierten Technologien Einschränkungen, hinsichtlich der Veröffentlichung der dadurch gewonnenen Daten? Die Abteilung berät und unterstützt in allen Vertragsangelegenheiten rund um drittmittelfinanzierte Forschungsprojekte (Auftragsforschung, Kooperationen, Geheimhaltungsvereinbarungen, Lizenzverträge, Patent- und Urheberrecht)
    • Werden die Forschungsergebnisse in einer Zeitschrift veröffentlicht, die voraussetzt die Forschungsdaten mitzuveröffentlichen?
    • Sind die Daten mit Sperrfristen belegt?
    • Wie werden die Forschungsdaten lizenziert? Ist die Weiterverwendung, die Entwicklung neuer Werkzeuge, Dienstleistungen, Datensätze oder Produkte (Derivate) erlaubt? Dürfen die Daten auch für die kommerzielle Nachnutzung verwendet werden?
  4. Archivierung
    • Wie werden die Daten archiviert? Gibt es ein geeignetes Archiv oder Repositorium, das die Langzeitverfügbarkeit der Daten gewährleisten kann? Wenn nicht, wie wird dann die Zugänglichkeit der Daten sicher gestellt?
    • Gibt es ein fachspezifisches Repositorium? Wenn nicht, können die Forschungsdaten auch auf OPUS veröffentlicht werden.
    • Wie werden die Daten für die Langzeitarchivierung und Veröffentlichung aufbereitet? Müssen die Daten anonymisiert oder in ein anderes Format konvertiert werden?
    • Wird Software oder Werkzeuge benötigt, um die Daten nutzen zu können? Werden diese ebenfalls archiviert?
    • Wie lange sollen die Forschungsdaten aufbewahrt werden? 3-5  Jahre, 10 Jahre oder für immer?

*Die Fragenkataloge wurden aus den Muster-DMPs (von Kerstin Helbig) erstellt, die die Humboldt-Universität zu Berlin auf ihrer Webseite veröffentlicht hat.